Für eine Handvoll Pillen – Feierabend

 

Was bisher geschah … die Zentrale beim Monsterdoc

Güntär der KAH-Therapeut

Feierabend. So kann es nicht weitergehen. Ständig sitze ich bis 23.00 Uhr im Büro, während alle anderen schon längst die Fliege gemacht haben. Ich habe das Gefühl, ich komme zu gar nichts mehr. Andauernd wird mir meine Planung durcheinander gebracht.

Sollte an dem Satz „Der Planer plant und das Schicksal lacht sich ins Fäustchen“ etwas dran sein?

Ich glaube, die stecken hier alle unter einer Decke…und ich mitten drin.

Chefarzt meinte kürzlich, hier in Defihausen würde die Paranoia umgehen. Hier sind schon sehr viele neue Leute zugezogen, aber Fr. Paranoia habe ich bisher noch nicht kennengelernt. Ich denke, wir sollten Sie mal zu eine unserer sensationellen Blogparties Netzwerkveranstaltungen einladen. Vielleicht hat sie auch Lust an der Casting-Show teilzunehmen. Dieser neue Anstaltsleiter passt auch ganz gut hierher. Er verfolgt ganz neue Therapieansätze. Er sprach von einigen Patienten, die er gerne zum Casting schicken möchte. Er meinte, dass es ihnen helfen könnte, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Dann muss ich aber noch mal mit Dietär reden. Wir müssen das Drehbuch für die Jury leicht verändern. Suizide unter Patienten kommen gar nicht gut.

Der gestrige Ausflug in den Keller hat mich um Tage zurückgeworfen. Ging aber nicht anders, Hermione war völlig verstört, als sie zu mir ins Büro kam. Ob es am Essen lag? Der neue Koch macht doch einen ganz patenten Eindruck. Jedenfalls hat es eine Stunde gedauert, bis sich die Gute einigermaßen beruhigt hat. Ok, 30 Minuten davon war sie auf dem Örtchen verschwunden und anschließend hat sie meinen kompletten Schokoladenvorrat weggegessen. War total unterzuckert. Ich sollte ihr mal die neue iPhoneApp zur Blutzuckerkontrolle spendieren. Unterzuckerung kann auch Wahnvorstellungen hervorrufen. Hat Fr. Dr. Espenlaub jedenfalls behauptet. Aber gut, der glaub ich vorerst kein Wort mehr.

Heimlich habe ich Hermione den Gutschein für ein Probetraining im neuen Sportpark in die Tasche gesteckt. Nur, falls sie später das schlechte Gewissen plagen sollte.

Sie erzählte mir, dass Fr. Dr. Espenlaub sie ins CT geschickt hat. Weshalb wusste sie nicht mehr? Sie lag dann auf dem Flur und es hat sich ewig niemand um sie gekümmert. Ich kann´s verstehen, unser Personalschlüssel ist nicht der Beste. Und das Röntgenpersonal völlig überlastet. Die Tagschicht muss einen Nachtdienst nach dem anderen schieben. Dass das nicht ohne Folgen bleibt…aber es heißt nun mal Sparen, Sparen, Sparen.

Die Toilette auf der Etage war verstopft (Mist, funktioniert denn hier gar nichts) und so ist sie Richtung Labor gegangen. Von einer plötzlichen Migräneattacke überrannt, legte sie sich auf eines der Betten, die in der Ecke vor dem Zentralsteri standen. Sie muss wohl länger vor sich hingedämmert sein, als sie durch eine Frauenstimme zurück in die Realität geholt wurde. Durch das Pochen in ihrem Schädel konnte sie das Gespräch wohl nur teilweise verfolgen, auszugsweise konnte sie folgendes wiedergeben:

Männerstimme: „Das kannst Du mir nicht antun. Ich liebe Dich! Das musst Du mir glauben.“

Frauenstimme: „Das sagst Du mir jetzt schon seit zwei Jahren. Aber es ändert nichts.“

Männerstimme: „Jetzt fang doch nicht schon wieder davon an. Hier, iss etwas Schokoladentorte.“

Frauenstimme: „Ich will keine Schokoladentorte. Ich will endlich ein freies Wochenende

Männerstimme: „Wofür willst Du das denn? Am Wochenende habe ich doch eh keine Zeit für Dich. Da bin ich bei meiner Familie.

Frauenstimme: „Seit zwei Jahren geht das schon so. Ich kann nicht mehr. Wenn sich nicht bald etwas ändert, dann…“

Männerstimme: „Willst Du mir drohen? Du weißt, wenn Du meiner Frau auch nur ein Wort sagst, dann…“

Das Gespräch der Beiden wurde durch das Auftauchen einer dritten Person abrupt beendet.

Hermione, mittlerweile mit Blasenhochstand nutze das, um sich schnell aus dem Bett zu stehlen und wollte auf dem direkten Weg zu mir ins Büro bzw. auf meine Toilette. Und völlig aus dem Nichts stand dann dieser Typ vor ihr. Langer Trenchcoat, darunter ein feiner Anzug, Sonnenbrille und Hut. Aber eines konnte die Kleidung nicht verbergen. Hermione behauptete, dass der Typ über und über beharrt gewesen ist. Und nein, wir reden hier nicht von Kopfhaar. Er hatte etwas von einem Wolf… Er wollte sich auf sie stürzen, packte sie, aber sie ist ihm gerade noch entwischt.

Nachdem sie sich bei mir wieder etwas beruhigt hat, bat sie mich, mit ihr noch einmal an den Ort des Geschehens zurückzukehren und ihren Taschendefibrillator, den ihr Chefarzt zu ihrer Sicherheit geschenkt hat, zu suchen. 

Sehr sehr schickes Teil…wir überlegen, ob wir es standardmäßig ins Programm nehmen… Dieser muss ihr irgendwo zwischen Keller und meinem Büro abhanden gekommen sein. Wir schlichen heimlich in den Keller, in der Hoffnung den Taschendefi zu finden und vielleicht sogar noch das geheime Liebespaar auf frischer Tat zu erwischen. Über eine Stunde sind wir herumgelaufen und haben in allen Ecken nachgeschaut. Aber der Taschendefi blieb verschwunden. Ich hoffe, dass er nicht in falsche Hände kommt. Das könnte katastrophale Folgen haben.

Am Dienstag treffe ich mich mit Sanny, der neuen Leiterin des Büros für Katastrophenschutz. Natürlich haben wir ein Krisenmanagement … in zwei Ordnern im Büro des technischen Leiters. Ich hoffe nur, dass es vorerst keine unangemeldeten Audits gibt. Nicht auszumalen was passiert, wenn Paul und der Gott der Affen eine Notfallsimulation machen würden. Ich stelle mir grad vor, wie Prof. Brinkmann sich Oberschwester Iris über die Schulter schmeißt und sie retten will und Sr. Nadine beleidigt in der Ecke steht, weil er sie keines Blickes würdigt … und unser technischer Leiter Hr. Stromschlag versucht die Evakuierung gesittet über die Bühne zu bringen…hier würde das Chaos ausbrechen…Aber ehrlich gesagt, würde dies den Kohl auch nicht mehr fett machen. Hier herrscht schon genug Chaos…

weiter geht´s bei EyeIT

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Defihausen abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Für eine Handvoll Pillen – Feierabend

  1. Pingback: Monsterdoc – Arzt Blog, Medizin Satire » Für eine Handvoll Pillen – Die Blogsoap

  2. Pingback: „Für eine Handvoll Pillen“ – Brutale Warnung « Bürostuhlakrobat und Schläucheroller

  3. tpatsch schreibt:

    ohhh … es bleibt spannend!

  4. Pingback: Das Treffen #Blogsoap « EyeIT

  5. Pingback: Blogsoap…Für eine handvoll Pillen…Der Wochenrückblick… « Alltagimrettungsdienst Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s